Ölmühle Fandler

Gute Öle zu finden ist schwierig – schön, dass es in Österreich einige Möglichkeiten gibt, hochqualitative & wohlschmeckende Öle zu beziehen. Fandler ist zwar nicht unbedingt ein Kleinbetrieb im klassischen Sinne, aber wir wollen auf Taste Austria auch immer wieder die “Leuchttürme” der österreichischen Kulinarik vorstellen und als solches betrachten wir Fandler Ölmühle. Barbara Klein war so lieb und hat uns im Interview unsere brennendsten Fragen beantwortet!

Was ist das Besondere an euren Ölsorten?
Fandler Öle sind die pure Frucht. Verpresst in einem uralten, traditionellen Verfahren wird der Geschmack der Ölfrucht mit viel Fingerspitzengefühl unserer Pressmeister eingefangen und in Flaschen gefüllt. Authentisch, intensiv und ganz ohne Schnick-Schnack

Woher bezieht ihr die Rohstoffe (Samen, Nüsse,…) für die Herstellung der Öle?
Das was in Österreich gut und in hervorragender Qualität wächst, wird auch aus Österreich bezogen wie zB Hanf, Kürbiskern, Leindotter (bei uns Camelina), Raps, Sonnenblume. Die Früchte die andere Bedingungen brauchen, kommen aus jenen Gegenden der Erde wo sie diese Bedingungen in optimaler Weise vorfinden. Wichtig sind uns langfristige Partnerschaften – den nur gemeinsam mit ihnen können wir unseren hohen Qualitätsansprüchen nachhaltig gerecht werden.

Was bedeutet für Sie Genuss / Qualität?
Die Welt der Genüsse ist jene der individuellen Bedürfnisse, die sich, je mehr sich die Menschen damit beschäftigen mehr und mehr verfeinern. Wie sagt man so schön: „Genuss stillt nicht den Hunger, er nährt das Vergnügen.“ Hervorragende Qualität ist das Fundament auf dem der Genuss steht. Das und die Liebe zu dem was man tut, sind die Zutaten für gutes Öl.

Welche 3 Ölsorten gehören Ihrer Meinung nach in jede Küche?
Das ist eine schwierige Frage, schließlich haben wir 17 verschiedene Ölfrüchte die wir verpressen. Anfangen sollte man vielleicht mit Haselnuss, für die unvergleichlichsten Palatschinken die man sich vorstellen kann. Überhaupt eignen sich alle Nussöle für die süße Küche ganz besonders gut. Dann würden wir vielleicht Sesam für die Asiaküche empfehlen und zum Schluss darf da natürlich Leinöl nicht fehlen – als Lieferant wertvoller mehrfach ungestättigter Fettsäuren sollte es fixer Bestandteil jeder Küche sein.

Ihr Motto in der Küche?

Fandler Öle sind zu einem Großteil „finishing-Öle“. Sie verfeinern und veredeln Gerichte. Mein Motto lautet daher: „Das Beste kommt zum Schluss“.

***Warenkunde***

Wie lagert man diverse Ölsorten am besten und bei welcher Temperatur?
Grundsätzlich bei Zimmertemperatur und vor Licht geschützt. Mit einer Ausnahme: Leinöl. Das ist das einzige Öl im Sortiment, dass im Kühlschrank aufbewahrt werden sollte.

Welches sind die Qualitätsmerkmale für qualitativ hochwertiges Öl?
Ein authentischer und möglichst unverfälschter Geschmack, ein schonendes Herstellungsverfahren das die wertvollen Inhaltsstoffe erhält. Gutes Öl erkennt man daher am besten an Farbe, Duft und Geschmack.

Gilt eine Trübung beim Öl als Qualitätsmerkmal oder Mangel?
Das kommt auf die Art der Herstellung an. Fandler Öle filtern sich selbst, das heißt wir überlassen das Filtern der Schwerkraft. Die Fruchtteilchen sinken ab und bilden den Satz oder Trub. Das klare Öl das übrig bleibt, wird dann in Flaschen gefüllt. Wer in seiner Fandler Flasche Spuren dieser Fruchtteilchen findet, sollte sich also freuen. Es ist das beste Zeichen für ein schonend hergestelltes Naturprodukt.

Welche Öle kann man erhitzen, welche sollten kalt verwendet werden?
Mit Fandler Ölen sollte man grundsätzlich schonend umgehen. Zum Braten eignen sich überhaupt nur die Sorten Sesam, Erdnuss und Traubenkernöl. Der Rest braucht Fingerspitzengefühl. Das Haselnussöl für die Palatschinken sollte daher in eine heiße Pfanne gegeben werden und sofort mit dem Palatschinkenteig bedeckt werden. Dann verbrennt es nicht und es entfaltet sich dieser wunderbare Geschmack nach warmer Schokolade. Leinöl, das sensibelste unter den Ölen sollte ohnehin nur in der kalten Küche verwendet werden.

Haben Sie ein Lieblingsrezept für das man eines Ihrer Öle verwendet?
Die Vielfalt an Ölen bringt eine Vielfalt von Lieblingsrezepten mit sich. Eines der spannensten Öle im Sortiment ist das Camelina Öl. Es schmeckt nach Spargel, frischen Erbsen oder Kohlrabi. Wir mögen es am liebsten zu einem pikanten Erdapfelschmarren. Einfach und doch ein unvergessliches Geschmackserlebnis.